Dabei strickst Du Dein Modell vom Halsausschnitt nach unten und kannst zwischendurch schon prüfen, wie es sitzt.
Bei einem Pullover aus Einzelteilen müssen Vorderteil, Rückenteil und Ärmel am Ende noch zusammengefügt werden. Das braucht Zeit und Sorgfalt, bevor Du Dein neues Lieblingsstück anziehen kannst.
Beim nahtlosen Top-Down-Stricken entfällt dieses Zusammennähen weitgehend. Auch die Zahl der zu vernähenden Fäden fällt meist kleiner aus. Besonders praktisch: Du kannst Dein Strickstück während der Arbeit anprobieren und Länge und Passform direkt überprüfen. Dafür legst Du die Maschen auf ein ausreichend langes Nadelseil oder einen Hilfsfaden.
Welche Modelle kannst Du Top-Down stricken?
Eine besonders verbreitete Variante ist Raglan von oben, kurz RVO. Dabei sorgen Zunahmen an vier Raglanlinien dafür, dass Dein Strickstück vom Hals aus breiter wird und Platz für Schultern, Oberkörper und Ärmel entsteht.
Auch Modelle mit Rundpasse lassen sich von oben stricken, zum Beispiel mit Norweger- oder Fair-Isle-Mustern. Um Dir das Grundprinzip zu zeigen, konzentrieren wir uns hier auf einen Raglanpullover.
Top-Down funktioniert übrigens nicht nur bei Pullovern: Auch Pullunder, Shirts, Tops, Jacken und Kleider lassen sich so arbeiten. Pullover werden häufig in Runden gestrickt, offene Jacken in Hin- und Rückreihen.
Wie funktioniert Top-Down?
Wie funktioniert Top-Down?
Die folgenden Schritte zeigen Dir den grundsätzlichen Ablauf eines Raglanpullovers von oben. Die genauen Maschenzahlen, Zunahmen und Maße findest Du in Deiner Anleitung. Stricke vorher eine Maschenprobe, damit die vorgesehene Größe später auch passt.
1. Mit dem Halsausschnitt beginnen
Schlage die in Deiner Anleitung angegebene Maschenzahl auf einer Rundstricknadel an. Der Ausschnitt muss ausreichend dehnbar sein, damit Du den Pullover bequem über den Kopf ziehen kannst.
Bei der hier beschriebenen Variante schließt Du die Maschen zur Runde und strickst zunächst das Halsbündchen, zum Beispiel im Rippenmuster. Achte darauf, dass sich der Anschlag beim Schließen nicht verdreht.
2. Die Raglanlinien markieren
Teile die Maschen nach Anleitung in Vorderteil, Rückenteil und die beiden Ärmel ein. Markiere die vier Übergänge mit Maschenmarkierern oder Markierungsfäden.
An diesen Stellen verlaufen später die Raglanlinien zwischen Körper und Ärmeln.
3. Für die Raglanschrägungen zunehmen
Arbeite die Zunahmen an den markierten Stellen so, wie Deine Anleitung es vorgibt. Dadurch wächst der obere Teil Deines Pullovers nach und nach in die Breite.
Werden die Zunahmen als Umschläge gearbeitet und sollen keine Löcher entstehen, strickst Du diese in der folgenden Runde verschränkt ab. Bei dekorativen Lochlinien kann die Anleitung bewusst etwas anderes vorsehen.
4. Bis zur Ärmelteilung weiterstricken
Setze die Zunahmen fort, bis die in Deiner Anleitung vorgesehene Höhe und Maschenzahl für die Ärmelteilung erreicht sind.
Eine Anprobe hilft Dir zu prüfen, ob die Passe lang genug ist und genügend Bewegungsfreiheit bietet.
5. Die Ärmelmaschen stilllegen
Lege die Maschen für beide Ärmel auf Hilfsfäden oder geeigneten Maschenhaltern still. Vorder- und Rückenteil strickst Du weiter.
Unter den Armen schlägst Du nach Anleitung zusätzliche Maschen an, um Vorder- und Rückenteil zur Runde zu verbinden. Auf beiden Seiten wird dabei die gleiche Maschenzahl angeschlagen.
6. Den Rumpf fertigstricken
Stricke den Körper in Runden bis zur vorgesehenen oder gewünschten Länge. Anschließend arbeitest Du den unteren Abschluss – zum Beispiel passend zum Halsausschnitt im Rippenmuster – und kettest die Maschen ab.
7. Die Ärmelmaschen wieder aufnehmen
Nimm die stillgelegten Maschen eines Ärmels wieder auf Deine Nadeln. Aus den unter dem Arm angeschlagenen Maschen nimmst Du die laut Anleitung benötigten Maschen auf.
Markiere den Rundenbeginn mittig unter dem Arm.
8. Auf die Übergänge achten
An den Übergängen zwischen den stillgelegten und den neu aufgenommenen Maschen können kleine Löcher entstehen. Das ist kein Grund zur Sorge: Du kannst sie beim abschließenden Vernähen schließen.
Manche Anleitungen sehen zusätzliche aufgenommene Maschen vor, um solche Lücken zu vermeiden. Halte Dich dabei an die Angaben Deines Modells.
9. Den Ärmel formen und abschließen
Für einen schmaler werdenden Ärmel arbeitest Du die vorgesehenen Abnahmen unter dem Arm. Wann Du damit beginnst und in welchen Abständen Du abnimmst, richtet sich nach Deiner Anleitung – nicht grundsätzlich erst ab dem Ellenbogen.
Stricke den Ärmel bis zur gewünschten Länge und beende ihn mit dem vorgesehenen Bündchen.
10. Den zweiten Ärmel stricken
Arbeite den zweiten Ärmel genauso. Notiere Dir am besten beim ersten Ärmel die Runden und Abnahmen, besonders wenn Du die Länge angepasst hast. So werden beide Seiten gleich.
11. Die letzten Fäden vernähen
Schließe gegebenenfalls kleine Lücken unter den Armen und vernähe alle losen Fäden. Wasche Dein Strickstück anschließend nach den Pflegehinweisen des Garns und lass es liegend in Form trocknen.
Welche Muster und Garne passen?
Ob kräftiges Grün, dezente Streifen, Norwegermuster oder schlicht glatt rechts: Du entscheidest, wie Dein Modell aussehen soll.
Auch beim Material hast Du viele Möglichkeiten. Baumwolle, Schurwolle oder Synthetikgarne kommen ebenso infrage wie passende Mischungen. Entscheidend ist, dass Garn und Maschenprobe zu Deiner Anleitung und zum gewünschten Ergebnis passen.
Gerade für Dein erstes Top-Down-Projekt empfehlen wir Dir eine fertige Anleitung. So kannst Du Dich mit dem Aufbau vertraut machen, ohne Maschenverteilung und Zunahmen selbst berechnen zu müssen. Bei unseren Modellen findest Du auch Varianten, die sich für den Einstieg eignen.



















